Er zeichnet Hannover: Ein Stadtzeichner im Interview

6. Juli 2018
Stadtzeichner

Sicherlich haben Sie schon die Zeichnungen von Till Lenecke auf unserer Facebook-Seite entdeckt. Aber haben Sie sich auch gefragt, wer Till eigentlich ist? Er ist bis Oktober als Stadtzeichner für die Heimkehr im Einsatz. Im Video erzählt er über sich und seine Tätigkeit bei uns:

 

Wir haben aber noch weiter nachgehakt. Hier finden Sie einen kleinen Ausschnitt aus dem Interview mit Till:

  1. Was bedeutet das Zeichnen für Sie?

“Ich weiß nicht, ob ich das so gut beantworten kann. Es ist Hobby wie auch Leidenschaft. Es ist größtes Interesse von mir. Da muss man aufpassen, dass man nicht wie ein Typ klingt, der bei „DSDS“ ist und sagt: „Musik ist mein Leben“. Denn, ob Zeichnen mein Leben ist, das weiß ich nicht. Aber es ist eine sehr liebgewordene Tätigkeit. Und was ich sehr gerne mag, ist, sich zu „erinnern“. Und mit Zeichnungen kann man sich ganz anders „erinnern“ als man das mit Fotos macht. Weil Fotografieren durch den Einsatz von Digitalkameras und Festplatten, die Tausende von Bildern speichern können, ja extrem belanglos geworden ist. Dagegen sind drei, vier Zeichnungen für mich etwas ganz Besonderes.”

„Wenn man jung ist, dann macht man alles von selbst, ohne sich zu fragen, ob man das lernen muss. Man macht es einfach aus Spaß. Und mit der Zeit geht das dann verloren. In dem Fall ist die Leidenschaft zum Zeichnen bei mir nicht ganz verloren gegangen.“

  1. Sie waren Drucker, Seemann und Erzieher – beeinflusst das Ihren Zeichenstil?

“Ich glaube, wenn man sich sozial engagiert, kriegt man auch einen anderen Blick auf die Menschen. Ich hoffe, dass der Beruf als Erzieher meine Empathie gefördert hat. Man lernt sich eine Substanz an und schaut anders auf das Leben. Ich glaube allerdings nicht, dass ich viel anders zeichnen würde, wenn ich einen anderen Beruf gelernt hätte.”

  1. Seefahrer ist ja ein eher ungewöhnlicher Beruf, wieso haben Sie sich dazu entschieden?

“In meiner Familie gibt es viele Kapitäne und Steuermänner und das Haus meiner Großeltern war vollgestopft mit Souvenirs – dort war die gesamte Welt in Miniatur ausgestellt. Mein Urgroßvater war Kapitän und Reeder und sein ganzes Haus war voll mit Schiffmodellen und Segelschiffmodellen, die meine Urgroßeltern selbst gebaut haben. Abgesehen von der Sammelwut meiner Großeltern und Urgroßeltern habe ich viele Abenteuerbücher gelesen und die haben eine derartige Sehnsucht in mir ausgelöst, Abenteuer zu erleben. Ich wusste nur nicht, wie man das macht. So habe ich die Möglichkeit ergriffen und wurde Seefahrer.”

Sie möchten noch mehr über Till erfahren? In der hauspost 01/2018 finden Sie weitere Informationen und ein detailliertes Interview mit ihm.

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